Die Kirche wurde in den Jahren 1967/68 unter erheblicher Eigenleistung der Dorfgemeinschaft gebaut.
Entwurf und Planung: Architekt Josef Westermeier (Architekturbüro Westermeier, Hamm)
Entwurf der Fenster: Heinz Hindorf, Michelstadt
Ausführung der Fenster: Werkstatt Münch, Groß Umstadt
Außenmaße der Kirche: 30,5 m x 32 m (B x T)
Verwandte Materialien:
Verblendung der Rückwand: Adorfer Muschelkalk
Altar, Natursteinboden, Außenverblendung: Anröchter Dolomit
Raumdecke: Sibirische Lärche, aufgehellt
Fenster: Echt-Antik, Betonglas
Die künstlerische Ausgestaltung der Kirche St. Marien:
Das Bestreben des Architekt Westermeiers war es, eine größtmögliche Einfachheit zu erzielen. Das Einfache hat den größten Aussagewert, so seine Gedanken. Daher wurde mit den Materialien großflächig verfahren: das Holz der Decke, der Bänke und der Türen, der Stein der Rückwand und des Bodens, der Rauhputz der Seitenwände, der Beton vor allem der Eingangszone. Gleiches gilt für die Außengestaltung. Die Einrichtung erhielt schlichte, klare Formen. (Altar, Ambo, Tabernakel, Bänke) Die Hauptfenster symbolisieren die Kerninhalte christlicher Existenz: Tod und Auferstehung des Herrn. Ihre Farbenpracht gibt dem Raum seinen endgültigen Charakter. Das alte Lütmarser Kreuz kommt zu der ihm gebührenden Geltung.
Das Kirchengebäude:
Die Kirche ist aufgeteilt in den großen Gemeinderaum und dem Katechumenenraum. Über diesem befindet sich der spitze, pyramidenförmige Kirchturm aus einer kupferverkleideten Holzkonstruktion.
Der Gemeinderaum besticht durch seine symmetrische Einfachheit und Großräumigkeit. Das in fünf halbkreisförmig angeordneten Blöcken aufgestellte Gestühl umgibt eine leicht angehobene und parabelförmig vortretende Altarinsel. Die mit Steinplatten verblendete Stirnwand wird durch zwei breite Fensterbilder unterbrochen.
Gegenüberliegend, durch vier schlanke Betonstützen vom Hauptraum abgegrenzt, befindet sich in einer Nische die Orgelzone.
Die Fenstergestaltung von Heinz Hindorf (1909-1990)
Hindorf gestaltet 1968 die beiden Fenster, rechts und links des Altares, in Betonglastechnik. Die großflächigen Fensterelemente, die als Wandersatz dienen, sieht der Künstler selbst als auf den Raum abgestimmte, farbige Lichtteppiche.
Gedanken des Künstlers:
Kreuzigung (rechtes Fenster)
Weiß schimmernd zeichnet sich vor einer Glorie aus Rot, Blau und Violett das Kreuz ab, das oben, wie in einer Art Rose, eine mehrfache Rundform mit eingeschriebenem Dreieck (das Gottessymbol) trägt. An den Enden der Seitenbalken und entlang des Kreuzesstammes heben sich leuchtend die herabfallenden Blutstropfen hervor.
Auferstehung (linkes Fenster)
Unten, knapp und blockartig in stumpfem Grün und Braun, der Grabeshügel. Es folgen mehrere ineinander geschichtete, nach oben geöffnete Schalenformen, deren innerste in ihrem schlanken Oval, das aus der Höhe sich ergießende österliche Licht auffängt.
(aus Heinz Hindorf GLASFENSTER, Herder 1989)
Zudem gestaltete Hindorf ein vertikales Lichtband im Altarraum, ein weiteres im Kirchenschiff und zwei Fenster im Eingangsbereich der Kirche in Betonglastechnik. Weiterhin zwei Fenstergruppen aus je drei Einzelfenstern in Antikglas-Blei-Verglasung im Turm.
Die Orgel
Die Orgel wurde am 09.04.1969 eingeweiht.
Erbauer der Orgel ist Siegfried Sauer aus Ottbergen.
Er baute vier Register der alten Orgel in die neue Orgel mit ein.
Der damalige Domorganist Soddemann aus Hildesheim (gebürtig aus Brakel) ließ es sich nicht nehmen, die Orgel in Lütmarsen einzuspielen.
Quellen:
Festzeitschrift zur Kirchweihe des kath. Pfarrvikarieamt Lütmarsen und
Festzeitschrift zum 50. Kirchweihfest